Wiener Zeitung: Hunderttausende fliehen aus Äthiopien

Äthiopien

Hunderttausende fliehen aus Äthiopien

Nairobi. Die neu aufgeflammten Kämpfe zwischen den Volksgruppen im Süden Äthiopiens haben nach Angaben der Vereinten Nationen allein im Juni mehr als 800.000 Menschen in die Flucht geschlagen. Trotz der Entsendung äthiopischer Streitkräfte bleibe die Sicherheitslage angespannt, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Report der UNO und der Regierung in Addis Abeba.

200 Todesopfer im Juni

Es gebe Berichte über anhaltende Zerstörungen von Wohnhäusern und öffentlichen Einrichtungen. In Äthiopien mit rund 100 Millionen Einwohnern leben zahlreiche Volksgruppen.

Die Konflikte waren im April in einem Gebiet rund 400 Kilometer südlich der Hauptstadt ausgebrochen. Insgesamt wird die Zahl der Flüchtlinge bereits auf rund 1,2 Millionen geschätzt. Dem UNO-Bericht zufolge mussten im Juni 642.000 Menschen ihre Heimat in der Region Gedeo verlassen und weitere 176.000 ihr Zuhause in West-Guji. Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte bei seiner Amtsübernahme im April Reformen versprochen, um für einen besseren Ausgleich unter den Gruppen zu sorgen. Dabei geht es häufig um Land in der von Dürren geplagten Region.

Diplomaten schätzen, dass allein im Juni rund 200 Menschen Opfer der Gewalt geworden sind. Offizielle überprüfbare Angaben zu den Opferzahlen liegen allerdings zu jetzigen Zeitpunkt nicht vor. 2017 waren dutzende Menschen bei Kämpfen zwischen den Volksgruppen der Somali und der Oromo ums Leben gekommen. Hunderttausende mussten fliehen und konnten noch nicht in ihre Dörfer zurückkehren.

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